Echt alte Perchten Der Rauriser Perchtenumzug

Am 6. Januar zieht ein ganzer Tross von unterschiedlichsten Perchten - schiach und schön - durch das Raurisertal. Der Perchtenumzug wurde nach zweijähriger Recherche- und Vorbereitungszeit 2015 das erste Mal seit Ende des 19. Jahrhunderts wieder inszeniert und findet seither alle zwei Jahre im Raurisertal statt.

Die Anzahl und Vielfältigkeit der teilnehmenden Perchten ist echt beeindruckend: vom Hans Wurscht, der den Zug anführt, über Schön- und Tafelperchten, Dachsmandl, Korbmandl und -weibl, Ölträger, Kaminkehrer, Bären mit Treibern, die Habergeiß, Zapfenmandl, Bamwercher, die Frau Percht mit ihren zwei Gesichtern bis hin zu den bekannten Rauriser Toifin und Schnabelperchten. Von den Bergknappen wird die Silberkrone mitgetragen. 

Die Masken der Perchten wurden originalgetreu und in liebevoller Handarbeit nachgebildet. Ein ganz besonderes Prachtstück ist die Schweinemaske, die bis 1895 im Zug mitgetragen wurde. Das Original ist heute im Jagdschloss der Hohenzollern in Sigmaringen, Deutschland, ausgestellt.

Der Perchtenumzug fand bis Ende des 19. Jahrhunderts jährlich statt, damals jedoch abwechselnd in Rauris, Embach, Lend, Schwarzach und Goldegg. Seit 2015 begeistert der neu aufgestellte Umzug alle zwei Jahre im Raurisertal.

Rauriser Perchtenumzug 2017

Am 6. Januar 2017 ziehen die Perchten durch die Ortsteile Seidlwinkl, Wörth und Vorstanddorf, um ihre Referenzen zu erweisen und Glück- und Segenswünsche zu überbringen. Der Umzug startet um 10 Uhr beim Gasthof Schütt im Seidlwinkltal. Von dort führt der Perchtenzug über das Vorstanddorf bis zum Traditionsgasthof Andrelwirt in Wörth (Einzug zirka 15 Uhr, Verpflegung).

Video Perchtenumzug 2017

Ausgezeichnet.
Für den Rauriser Perchtenumzug erhielt der Rauriser Perchtenverein im Oktober 2015 den begehrten Regionalitätspreis der Bezirksblätter in der Kategorie "Kunst, Kultur und Brauchtum". Die Freude war groß, der Preis verdient: Die Recherche- und Vorbereitungsarbeiten für den neu aufgestellten Zug 2015 dauerten rund zwei Jahre. Bei den teilnehmenden Perchten und Masken hielt man sich sehr genau an die historischen Überlieferungen.