Der Hohe Sonnblick Ein Berg mit Geschichte

3.106 m ist er hoch - und auf seinem Gipfel thront Europas höchste dauerhafte Wetterwarte, das Sonnblick Observatorium. Der Hohe Sonnblick in Kolm Saigurn ist im Winter ein beliebtes Ziel für Skitourengeher, im Sommer für Bergsteiger. Auf dem Weg zum Gipfel kommen Sie an Ruinen von Knappenhäusern und am "Radhaus" vorbei - beeindruckenden Zeugnissen aus der vergangenen Goldgräberzeit.

In der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern gelegen ist der bekannte Dreitausender Teil der Goldberggruppe und Anziehungspunkt für Alpinisten und Bergliebhaber. Schutzhütten auf dem Weg zum Gipfel des Hohen Sonnblicks sind das Schutzhaus Neubau, die Rojacherhütte und das Zittelhaus, das auf dem Gipfel steht. Die Sektion Rauris des Österreichischen Alpenvereins beschreibt auf ihrer Homepage die Aufstiegsrouten zum Sonnblick.

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Durch Initiative des Meteorologen Julius Hann und die tatkräftige Unterstützung des Rauriser Bergwerkbesitzers Ignaz Rojachers konnte 1886 das Sonnblick Observatorium am Hohen Sonnblick errichtet werden. Die Erhaltung des Observatoriums lag anfangs in den Händen der Österreichischen Gesellschaft für Meteorologie, wäre jedoch ohne die Unterstützung Rojachers nicht möglich gewesen. Durch den plötzlichen Tod Ignaz Rojachers im Jahre 1891 war jedoch die weitere Erhaltung des Observatoriums durch finanzielle Probleme gefährdet.

Das war die Geburtsstunde des Sonnblickvereins, der 1892 gegründet wurde und die finanzielle Basis für die Erhaltung des Observatoriums bereitstellen sollte. Dazu war es notwendig eine große Anzahl von Mitgliedern und Sponsoren zu werben. Zu den Gründungsmitgliedern des Sonnblickvereins zählten viele bekannte Wissenschaftler und Personen des Wirtschafts- und Geistesleben des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts. Aus der Vielzahl seien hier Anton Dreher Bierbrauer aus Schwechat, der Kaffee-Commercialrat Julius Meinl oder Freiherr Albert Anselm von Rothschild erwähnt.               

Die Erhaltung des Observatoriums stellte sich als eine sehr schwierige Aufgabe heraus und war oft von finanziellen Engpässen - manchmal sogar existenziellen Krisen - geprägt. Besonders die Zeiten nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg erforderten sehr große Bemühungen seitens der Verantwortlichen im Sonnblick-Verein, um die erforderlichen Geldmittel aufzutreiben. Wilhelm Schmid nach dem Ersten und Luitpold Binder nach dem Zweiten Weltkrieg starteten sehr erfolgreiche Mitglieder- Werbeaktionen. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Reihe von beachtenswerten Sponsoringaktionen. Josef Bendl, ein Wiener Lehrer, veranstaltete Lichtbildvorträge über das Observatorium und begeisterte auch die Jugendlichen mit seinem spannenden Buch "Der Sonnblick ruft". Der damals noch weitgehend unbekannte Johannes Mario Simmel verfasste einen Kommentar mit Spendenaufruf im "Neuen Österreich". Siegfried Schwarzl, ein Wiener Musiker und Meteorologe veranstaltete ein Benefizkonzert des Staatsopernorchesters zugunsten des Sonnblicks. Durch die geballten Hilfsaktionen konnte in dieser wirtschaftlich sehr schlechten Zeit die Finanzierung gesichert werden.

Heute stehen dem Sonnblickverein jährliche Subventionen des Wissenschaftsministeriums und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie Vereins- und Sponsoringbeiträge für die Erhaltung des Observatoriums zur Verfügung. Die Beobachter sind Personal der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, ein Messtechniker wird durch das Umweltministerium und die Länder Salzburg und Kärnten bezahlt. Auch der 1986 fertiggestellte Neubau des Observatoriums sowie der 1994 fertiggestellte Neubau der Talstation konnten durch entsprechende Mittel des Wissenschaftsministeriums verwirklicht werden.

Der Sonnblickverein kann mit Stolz auf die über 125jährige Geschichte seines Observatoriums blicken - einer weltweit einzigartigen Forschungsstation, von der bedeutende Beiträge zur Meteorologie und Umweltforschung ausgegangen sind.

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