Österreichisches Umweltzeichen 08.05.2026

zur Übersicht

Zwischen Quellen, Bergen und Verantwortung

Die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern wurde offiziell mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Was hinter diesem staatlich geprüften Siegel steckt, zeigt sich zwischen Wasserfällen und ursprünglichen Tälern besonders eindrucksvoll. Auch im Raurisertal, wo Natur, regionale Kreisläufe und bewusster Tourismus seit jeher eng miteinander verbunden sind.

Nachhaltigkeit, die man nicht erklären muss

Noch bevor der Tag richtig wach ist, zieht ein silbriger Streifen über die Goldberggruppe. Im Talgrund rauscht die Rauriser Ache, auf den Wiesen liegt Tau. Vom Waldrand her weht ein harzig-frischer Duft durch die kühle Morgenluft und irgendwo auf einer Alm klappert ein Milchkübel. Rauris beginnt nicht laut. Sondern mit diesen kleinen Bildern, die den Alltag in den Bergen seit Generationen prägen.

Genau hier, im Ort der Quellen und des Goldes, wird spürbar, wofür das Österreichische Umweltzeichen für Tourismusdestinationen eigentlich steht: Es ist das offizielle Versprechen für ökologische Qualität und ein verantwortungsvolles Miteinander von Mensch und Natur.

Die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern umfasst 18 Salzburger Orte von Krimml bis Hüttschlag. Gletscher, Wasserfälle, Almen, Wälder und Täler prägen die Landschaft – jedes Tal mit seiner eigenen Geschichte, seinen Besonderheiten und seiner Verbindung zur Natur. In Rauris sind es die unzähligen Quellen, die aus den Bergen sprudeln und alte Knappenwege, die vom Gold erzählen. Dazu kommt der Rauriser Urwald mit seinen moosigen Steinen, dunklen Lacken und knorrigen Fichten – ein stiller Zeuge dafür, was Naturschutz und Nachhaltigkeit bedeuten können.

Was das Österreichische Umweltzeichen eigentlich bedeutet

Das Österreichische Umweltzeichen erkennt man an seinem farbigen, wirbelnden Symbol. Entworfen wurde es im Jahr 1990 von Friedensreich Hundertwasser. Erde, Wasser, Natur und Luft schwingen darin mit und zwar nicht als dekoratives Beiwerk, sondern als klare Botschaft: Wer dieses Zeichen trägt, hat sich prüfen lassen. Und zwar nicht oberflächlich.

Für eine Destination bedeutet das: Es geht nicht um einen einzelnen Betrieb, eine einzelne Maßnahme oder ein hübsches Schild an der Eingangstür. Geprüft wird das Ganze. Wie Gäste anreisen und sich vor Ort bewegen. Wie mit Energie umgegangen wird. Wie Abfall vermieden wird. Ob regionale Kreisläufe gestärkt werden. Ob Kulinarik nach Herkunft schmeckt und nicht nach austauschbarer Lieferkette.

In der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern wurde dafür eineinhalb Jahre lang vorbereitet, geprüft, abgestimmt. Ende Oktober 2025 folgte ein zweitägiges unabhängiges Audit. Die Zertifizierung orientiert sich am GSTC-Standard und umfasst Management, Wirtschaft, Soziales und Umwelt. „Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend, sondern eine langfristige Verpflichtung gegenüber unserer Natur- und Kulturlandschaft“, beschreibt Michael Obermoser, Aufsichtsratsvorsitzender der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern GmbH, den gemeinsamen Weg der Region.

Das Österreichische Umweltzeichen für Destinationen in der Praxis

Vielleicht fragen Sie sich: Bedeutet ein Siegel heute überhaupt noch was? Klebt nicht mittlerweile auf jedem Duschgel und jedem Jausenbrot irgendein grünes Versprechen? Die Skepsis ist nachvollziehbar. Wir haben uns an Zertifikate gewöhnt, die oft mehr glänzen als die Taten dahinter.

Doch wer durch die Orte und Täler der Ferienregion streift, der merkt schnell: Hier ist Nachhaltigkeit kein Marketing-Projekt für die nächste Broschüre. Sie ist erlebbar und fühlbar, man muss nur genau hinsehen.

Wie sich das Österreichische Umweltzeichen im Alltag einer Region zeigt, lässt sich in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern an konkreten Beispielen erkennen.

 Sanfte Mobilität & bewusste Infrastruktur: Umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten und nachhaltige Mobilitätsangebote helfen dabei, sensible alpine Lebensräume zu entlasten.

Regionale Wertschöpfung stärken: Auf den Speisekarten stehen Produkte aus der Region, von Almkäse bis Pinzgauer Rind – produziert, verarbeitet und genossen in den Tälern der Ferienregion.

Schutz seltener Tierarten: Lebensräume von Bartgeier, Steinadler, Murmeltier oder Gämse bleiben erhalten und werden durch gezielte Schutzmaßnahmen bewahrt.

Natur bewusst erleben: Geführte Touren mit Nationalpark-Rangern führen durch uralte Wälder, zu alpinen Lebensräumen und machen ökologische Zusammenhänge direkt vor Ort verständlich.

Wo Schutz und Urlaub zusammenfinden

Letztlich ist das Österreichische Umweltzeichen kein bürokratischer Akt, sondern ein Versprechen an die Zukunft. Die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern beweist damit, dass Tourismus und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Wenn Sie also das nächste Mal in Rauris am Berg stehen und tief durchatmen, wissen Sie: Dieser Moment ist echt – und soll es auch bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren