Die schönsten (E-)Biketouren im Raurisertal 19.08.2026
Wer das Raurisertal mit dem Mountainbike oder E-Bike erkunden möchte, hat die Wahl zwischen mehreren offiziellen Radrouten. Drei davon führen besonders weit hinein in die Rauriser Bergwelt: durch das Seidlwinkltal bis zum Rauriser Tauernhaus, nach Kolm Saigurn – beide sind auch Etappenziele des Hohe Tauern Bike Trails – und hinauf zur Karalm im Gaisbachtal.
Dabei geht es nicht nur ums Radfahren. Unterwegs warten Almen und Einkehrmöglichkeiten, am Ziel lassen sich einige Touren zu Fuß verlängern. Und wer nur ein paar Stunden Zeit hat, findet mit Schriefling und Fröstlberg zwei kürzere Alternativen.
Welche Touren gibt es? Wo lohnt es sich, das Bike abzustellen und zu Fuß weiterzugehen? Und was sollte man beim Radfahren und E-Biken im Raurisertal wissen? Wir stellen euch fünf Touren mit Tipps für unterwegs vor.
1. Seidlwinkltal: Radeln auf alten Säumerwegen
Route 16c | Wörth – Seidlwinkltal – Rauriser Tauernhaus
ca. 17 km | ca. 600 Hm | leicht bis mittel | Asphalt & Forstweg
Das Seidlwinkltal macht es einem leicht, das Tempo herauszunehmen. Von Wörth führt die Route zunächst auf Asphalt vorbei am Landgasthof Weixen taleinwärts. Danach beginnt der Forstweg und nach einem steileren Anstieg über die schattige „Klausen“ übernimmt die Landschaft das Programm. Die Seidlwinklache begleitet den Weg durch üppige Almwiesen, Wasserfälle stürzen von den Hängen und nach und nach tauchen jene Almen auf, die zu einer gemütlichen Einkehr einladen.
Gollehenalm. Palfneralm. Und schließlich das Rauriser Tauernhaus auf 1.527 Metern. Wer hier sein Rad abstellt, steht an einem Ort, an dem schon vor Jahrhunderten Reisende Rast machten. Durch das Seidlwinkltal führte einst ein wichtiger Übergang über die Tauern. Säumer zogen mit ihren beladenen Tieren durch das Tal und transportierten Waren über die Alpen. Das mehr als 500 Jahre alte Tauernhaus war für sie Schutz, Unterkunft und Rastplatz. Heute darf man es wesentlich gemütlicher angehen.
E-Bike laden:
Lademöglichkeiten gibt es beim Andrelwirt, beim Landgasthof Weixen und bei der Palfneralm.
Einkehrmöglichkeiten:
Entlang der Tour bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten für eine Pause an: der Gasthof Andrelwirt, der Landgasthof Weixen, die Gollehenalm, die Palfneralm und das Rauriser Tauernhaus.
Am Rauriser Tauernhaus empfiehlt es sich, das Bike versperrt dort zu lassen und zu Fuß weiter zur Litzlhofalm auf 1.727 Metern zu wandern. Der schmale Wanderweg führt noch tiefer hinein ins Seidlwinkltal, zwischen grünen Almflächen, kleinen Gebirgsbächen und den steil aufragenden Bergflanken des Talschlusses.
Je weiter man wandert, desto stiller wird es. Nach rund 45 Minuten erreicht man die Litzlhofalm. Ein Wanderziel, bei dem man nicht das Gefühl hat, noch irgendwo weiter zu müssen und nur noch der gemütliche Rückweg wartet.
2. Kolm Saigurn: Sieben Kehren Richtung Dreitausender
Route 16a + 16b | Rauris - Hüttwinkltal – Kolm Saigurn
ca. 22 km | ca. 650 Hm | leicht bis mittel | Asphalt & Forstweg
Wer von Rauris Richtung Kolm Saigurn startet, sieht sein Ziel lange nicht. Das macht nichts. Dafür gibt es unterwegs genug anderes zu schauen. Die Strecke führt zunächst über Wörth und auf der alten Buchebenstraße taleinwärts. Vorbei am Almgasthaus Lechnerhäusl geht es zum Bodenhaus. Dahinter beginnt jener Abschnitt, der sich in den Beinen bemerkbar macht: Die Mautstraße windet sich in sieben Kehren hinauf nach Kolm Saigurn.
Vorbei am Parkplatz Lenzanger geht es mit nur noch leichten Steigungen hinein bis in den Talschluss und dort stehen plötzlich die großen Namen des Tales vor einem: Hoher Sonnblick, Hocharn, Goldberggruppe. Zwischen diesen Berghängen liegen jene Spuren einer Vergangenheit, in der Menschen hier oben nach Gold suchten.
Das Rad darf jetzt Pause machen. Ammererhof und Naturfreundehaus liegen am Talschluss und laden zur Einkehr – und wer noch nicht genug hat, wechselt einfach die Sportart.
E-Bike laden:
Lademöglichkeiten gibt es beim Gasthof Andrelwirt in Wörth sowie beim Naturfreundehaus Kolm Saigurn.
Einkehrmöglichkeiten:
Entlang der Tour liegen mehrere Möglichkeiten für eine Pause: der Gasthof Andrelwirt in Wörth, das Alpengasthaus Lechnerhäusl und das Alpengasthaus Bodenhaus. In Kolm Saigurn angekommen, warten der Ammererhof und das Naturfreundehaus Kolm Saigurn.
Wo soll man hier anfangen? Auch wenn man bereits eine Biketour hinter sich hat, ist Kolm Saigurn beinahe wie gemacht dafür, Biken und Wandern an einem Tag zu kombinieren.
Eine gemütliche Runde führt durch den Rauriser Urwald mit seinen jahrhundertealten Zirben und Fichten, Moortümpeln und kleinen Lacken. Oberhalb des Urwaldes öffnet sich die Landschaft mit weiten Almflächen und mehreren Almen – ebenfalls ein schönes Ziel für eine Wanderung ab Kolm Saigurn. Und bei der Wasserfallrunde ist der Name Programm: Sie führt vorbei an den Wasserfällen im Talschluss und bringt einen dem tosenden Wasser und einer willkommenen Erfrischung nach der Radtour sehr nahe.
3. Karalm: Kurz, aber knackig
Route 16f | Rauris - Gaisbachtal – Karalm
ca. 5 km | 480 Hm | mittel | Asphalt & Forstweg
Nur fünf Kilometer? Wer daraus schließt, dass die Karalm schnell abgehakt ist, sollte vorher einen Blick auf die zweite Zahl werfen: 480 Höhenmeter.
Direkt vom Rauriser Zentrum geht es über die Gaisbachstraße bergauf. Bald endet der Asphalt und der Forstweg übernimmt. Er steigt von Anfang an an – nie dramatisch, aber konsequent. Genau so, dass man auch mit Motorunterstützung merkt, dass man gerade einen Berg hinauffährt. Oben wartet die Karalm auf rund 1.420 Metern. Und mit ihr der Moment, für den sich die Kurbelei gelohnt hat: Bei klarer Sicht reicht der Blick nämlich bis zum Großglockner.
Einkehrmöglichkeit:
Am Ziel der Tour wartet die Karalm und damit auch gleich die passende Einkehr nach den knapp 500 Höhenmetern bergauf.
Wer aus der Bike-Tour einen längeren Bergtag machen möchte, kann das Rad an der Karalm stehen lassen und zu Fuß weiterziehen.
Eine schöne Möglichkeit ist die Runde durch den Lackwald. Der offizielle Wanderweg Nr. 9 verbindet Rauris, Lackwald und Karalm. Wer viel höher hinaus möchte, kann die Tour Richtung Grubereck auf 2.167 Meter verlängern.
Zwei kurze Touren für den Nachmittag
Nicht jeder Biketag braucht einen gefüllten Rucksack und einen frühen Start. Manchmal ist es vier Uhr nachmittags, die Sonne steht noch über den Bergen und beim Blick nach draußen kommt dieser Gedanke: Eine Runde mit dem Mountainbike wäre jetzt noch genau richtig. Noch ein bisschen Bewegung, Natur und Aussicht sammeln, bevor der Tag langsam ausklingt - genau dafür sind diese zwei Touren wie gemacht.
4. Schriefling
Route 16d | 4,5 km | 330 Hm | mittel | Asphalt
Vom Rauriser Ortszentrum führt die Strecke Richtung Schwimmbad und anschließend über den Zöllnerweg hinauf zum Schriefling.
4,5 Kilometer klingen nach einer kleinen Nachmittagsrunde. Die 330 Höhenmeter sorgen aber auch mit E-Bike dafür, dass sie sich trotzdem nach Radfahren anfühlt. Oben wartet einer der schönsten Blicke auf Rauris. Ein Fotostopp gehört hier unbedingt dazu.
5. Fröstlberg
Route 16h | Wörth – Fröstlberg | 4,5 km | 500 Hm | mittel | Asphalt & Bergstraße
Der Fröstlberg ist der Kandidat für alle, die bei „kurze Runde“ nicht automatisch „gemütliche Runde“ verstehen.
Gestartet wird in Wörth. Von dort geht es entweder über die Landesstraße oder die alte Buchebenstraße bis zur Abzweigung Fröstlberg und anschließend auf der Bergstraße hinauf zum Parkplatz Fröstlberg.