Brauchtum in Rauris

Advent

Der Advent im Raurisertal ist eine Zeit mit tief verwurzelten alten Bräuchen und zeigt sich besonders urig. „Toifin“ (Teufel), Anklöckler und Schnabelperchten sind die „Hauptakteure“ in der Advents- und Weihnachtszeit. Die Veranstaltungen lassen Besucher in Brauchtum eintauchen, das zum Großteil noch aus heidnischer Zeit stammt. Und um Ursprünglichkeit geht es auch beim  Rauriser Adventmarkt, der wöchentlich an den Adventwochenenden am Marktplatz stattfindet.



Frautragen

Der alt überlieferte Brauch des Frautragen(Marienbildnis) wird in Rauris mit dem ersten Adventsonntag begonnen und von Schülerinnen der Hauptschule durchgeführt. Das Bild wird zu jenen Leuten getragen, die sich den Besuch wünschten und dort einen Tag aufgestellt. Dabei werden von den Schülerinnen Adventlieder gesungen und Gedichte dargebracht. Am Hl. Abend wird das Marienbild in die Kirche und nachher in den Pfarrhof zurückgebracht. Die Leute erbitten mit dem Brauch des Frautragens für sich und das ganze Haus Glück und Gottes Segen für das kommende Jahr.



Schiachperchten

In Rauris hat sich von altersher ein noch lebendiger Brauch in würdiger Form erhalten. Am Abend des 5. Dezembers schreitet der hl. Nikolaus mit zwei Engeln und den Schiachperchten - in Rauris auch "Toifi" (Krampusse) genannt - durch den verschneiten Ort. In das Haus tritt jedoch zuerst der Vorteufel, mit einer roten Stoffmaske und einem roten Mantel angetan, auch

"Einspeiber" (Ansager) oder Kehraus genannt, und begehrt Einlass. Würdevoll schreitet sodann der Nikolaus mit den zwei Engeln in das vorweihnachtlich geschmückte Zimmer, lobt, ermahnt und teilt dann die Gaben aus. Besonders die kleinen Kinder sprechen Gebete, singen Lieder und sagen Gedichte auf.

Der Nikolaus belohnt die braven Kinder, die "Teufeln" aber bestrafen auf Geheiß die schlimmen. Die Schiachperchten tragen selbst aus Holz geschnitzte und in den Farben rot, weiß und schwarz bemalte Gesichtsmasken, die mit Bock-, Ziegen- und Widderhörnern und einer langen, roten Zunge ausgestattet sind. In zottige Schafsfelle gehüllt und mit dumpfen Glocken und Rollen umgürtet, schreien und springen sie umher, schlagen mit den Ruten und treiben so ihr unheimliches Wesen.

 



Anklöckler

Glück und Gottes Segen bringen auch die Anklöckler ins Haus, die in der letzten Adventwoche viele Bauernhöfe und Wohnhäuser aufsuchen. Nach der Ankündigung der Anklöckler durch den Ansager und Wirt zugleich, bitten Josef und Maria um Herberge. Alte Hirtenlieder werden dabei gesungen. Die Anklöckler verabschieden sich wieder und wandern, reichlich belohnt, mit der Bitte, nächstes Jahr erneut kommen zu dürfen, einem anderen Hause zu.



Schnabelperchten

Am Vorabend des Dreikönigstages gehen in Rauris die Schnabelperchten um. Wenn sie in die stillen Häuser traten, hallt ihr schauriges "Ga, Ga, Ga" durch die sauber geputzten Räume. Es sind junge Burschen, meist zu viert oder zu fünft, die alte, geflickte Weiberkittel anhaben und an den Füßen "Dotschn", aus Stroh geflochtene, hohe Patschen tragen



Sternsinger

Vom 2. bis 6. Jänner ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus und erzählen dabei mit Liedern und Gedichten von der Suche der Hl. 3 Könige nach dem Christuskind



Sonnwendfeuerbrennen

Alljährlich lodern zu Sonnwend viele Feuer auf den Berggipfeln und Höhen. Die Feuer sollten unter anderem der nun auf ihrem Höhepunkt stehenden Sonne Beistand leisten. Dem Feuer wird schützende und reinigende Kraft zugesprochen und es soll Licht unt Leben symbolisieren. Mit der Feier des Johannistages am 24. Juni ist das Sonnwendfeuer auch zum christlichen Brauch geworden.



Glocknerwallfahrt

Die Glocknerwahlfahrt gehört zu den bekanntesten im Salzburgerland. Sie wird alljährlich am 28. und 29. Juni, zum Fest der beiden Aposteln Petrus und Paulus, abgehalten und dauert zwei Tage. Bis zu 5.000 Pilger beteiligen sich daran. In Rauris startet die Wahlfahrt um 07.00 Uhr im bekannten Tauernhaus im Seidlwinkltal, dort wird eine Messe abgehalten danach marschiert man gemeinsam den langen Marsch bis nach Heiligenblut, unterwegs werden mehrer Gebetsrasten eingelegt!

Hier erhalten Sie mehr Information zur Glocknerwahlfahrt




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